Logo Meine Stimme gegen Doping
Logo Basketfibs
Weiteres Merchandise

Olympische Spiele Sotschi

Datum: 14.03.2014
Autor: Von: Name

Kategorie: Sportliche Erfolge

Hallo Skilanglauffreunde!

Nun möchte ich euch von meinen 4.Olympischen Spielen in Sotschi berichten. Eines gleich vorne weg. Es waren sehr schöne Olympische Spiele!! Auch wenn der ganz große Erfolg ausblieb, denke ich wirklich sehr gerne zurück. Diese Olympischen Spiele waren sehr gut organisiert und unser Olympisches Dorf war eines der schönsten wo ich je war. Das Wetter war der Hammer und die Menschen sehr, sehr freundlich. Ich habe mich zu jeder Zeit sehr wohl und sicher gefühlt. Ich konnte meine letzten Olympischen Spiele voll und ganz genießen. Das einzig nervige für mich war das lange warten auf meinen ersten Wettkampfeinsatz. Ich ging zur Eröffnungsfeier und bereitete mich dann auf den 15km cl Einzelstart vor. Eine ganze Woche lang liefen meine Mannschaftskameraden schon Wettkämpfe und meine Spannung steigerte sich von Tag zu Tag. Natürlich steigerte sich auch der selbst auferlegte Druck. Ich wollte einfach ein sehr gutes Rennen machen und mich wieder für die große Staffel anbieten. Gerade diese Staffel war das große Ziel und für mich die größte Chance noch einmal eine Medaille zu gewinnen. Am Tag des 15km cl Einzelstarts war ich dann extrem aufgeregt und angespannt. Die Bedingungen waren aufgrund des sommerlichen Wetters total schwierig für Mensch und Material. 15Grad und Sonne hört sich ja sehr schön an, aber für einen Skilangläufer ist das eine Qual! Der Schnee ist so langsam, dass man ständig ein saugendes Gefühl unter den Ski hat. Man ist ständig am arbeiten und selbst Abfahrten bieten aufgrund des langsamen Tempos kaum Zeit zur Erholung. Dazu kommt die warme und trockene Luft. Zu jeder Zeit hat man das Bedürfnis trinken zu müssen, oder das Gefühl Kopfschmerzen zu bekommen. 4 Trinkstationen hatten wir über die 15km eingerichtet. Eine Anzahl welche eigentlich nur über die 30km in Frage kommt! Kurz um, es war kein Wetter für ein Wintersportler der es gewöhnt ist bei Minusgraden zu laufen. Das Rennen lief dann aber für mich trotzdem sehr gut. Ich merkte sofort, dass ich einen guten Ski erwischt hatte und lief mit meiner frühen Startnummer immer um die Bestzeit. Nur meine Technik konnte ich nicht so einsetzen wie ich wollte, denn mir liegen eigentlich die festen Spuren für meinen harten und dynamischen Abdruck. Bei weichen Bedingungen und nassen Spuren rutscht dann immer der Schnee unter dem Steigwachs mit weg und ich habe immer das Gefühl ein wenig glatt zu haben. Dann muss ich die Technik umstellen und kann meine Schritte nicht so lang ziehen wie ich sie könnte. Mit einem Auto bildlich verglichen, fahre ich dann immer nur im 2. oder 3. Gang und kann nie in den 6.schalten. Wenn ich dann zu „hochtourig“ laufen muss, fehlt mir dann am Ende immer die Kraft. So auch diesmal und ich verlor gerade in der letzten Runde zu viel Zeit. Am Ende wurde ich guter 14.und war mit diesem Rennen auch nicht unzufrieden. Die erneute Staffelnominierung war erreicht und ich wusste nun auch, dass meine Verfassung nicht die schlechteste war.

Startläufer unserer Staffel bei Olympia!!! Letztes Jahr zur WM war ich zum ersten Mal raus aus der Staffel und schwor mir bei Olympia wieder dabei zu sein! Genau dieses Ziel hatte ich nun wieder geschafft und lief zum 4.und letzten Mal in der deutschen Olympiastaffel. Mit großer Vorfreude und Stolz ging ich meine letzte große Staffel an und sollte dann aber großes Pech haben. Der Startschuss viel und ich fühlte mich von Anfang an sehr stark. Nie hatte ich das Gefühl abgehängt werden zu können. Bis, ja bis ich in der entscheidenden Rennphase von einem Italiener über den Haufen gefahren wurde. Ich stürzte so unglücklich, dass sich meine Ski und Stöcke komplett unter meinem Körper verhakten. Ich brauchte ewig bis ich wieder auf den Beinen war und verlor so viel zu viel Zeit zur Spitze, welche nun Vollgas lief. Ich wechselte schließlich mit 36 Sekunden Rückstand auf die ersten und war natürlich tief enttäuscht über das Geschehene. Von nun an lief unsere Staffel immer im Zugzwang hinter den Medaillen her und wir belegten am Ende einen enttäuschenden 9.Platz. Persönlich kann ich mir überhaupt nichts vorwerfen, weil ich bei dem Sturz keine Chance hatte. Ich mache auch dem Italiener Dietmar Nöckler keine Vorwürfe! Solche Situationen oder Stürze gibt es nun mal öfter in der Hitze des Gefechts. Jeder Athlet gibt sein letztes Hemd und kämpft am Limit, da kann so etwas einfach mal passieren. Schade nur, dass es zu Olympia und in meiner letzten Staffel war… Aber das Leben geht weiter und so ist halt eben der Sport. Es gab sicher auch Staffeln wo wir die Glücklichen waren und andere Staffeln das Pech eines Sturzes hatten. Diesmal war es anders herum. Anschließend verzichtete ich auf den 50km Massenstart und flog noch vor der Abschlussfeier nach Hause. Warum? Nun ja zum einen weil der 50er im Skating war und zum anderen, weil ich noch 2 ganz besondere Rennen laufen wollte.  

Logo OßwaldLogo RossignolLogo OneWayLogo HolmenkolLogo Adidas